Zauberwelt

Psychomotorisches Erleben in der Zauberwelt

 

„Die Welt erschließt sich dem Kind über Bewegung, Schritt für Schritt ergreift es von ihr Besitz. Mit Hilfe von Körper- und Sinneserfahrungen bildet es Begriffe; Im Handeln lernt es Ursachen und Wirkungszusammenhänge kennen und begreifen“ (Prof. Dr. Renate Zimmer)

 

Psychomotorik

Motopädie ist ein ganzheitliches, bewegungsorientiertes, ressourcenorientiertes Konzept, dass auf den Prinzipen der humanistischen Psychologie basiert. Der Mensch strebt demnach nach Autonomie, Ziel- und Sinnorientiertheit, Selbstverwirklichung, Selbsttätigkeit und Ganzheit. Der Mensch wird als aktives, sich selbstformendes und organisiertes Wesen gesehen. Motopädie enthält den Ansatz der Psychomotorik. Psyche bedeutet Geist und Motorik (Bewegung). Psychomotorik drückt das Zusammenwirken von geistig-seelischen, körperlich-motorischen Prozessen aus, die der Mensch mit seinem Körper, seinem Leib, mit der sozialen und materiellen Umwelt durch Wahrnehmen, Denken, Handeln, Erleben und Bewegung vollzieht. Hier in der Kita Laerer Löwenzahn ist die Zauberwelt in der kleinen Turnhalle (am Schulhof) nach dem Ansatz der Psychomotorik aufgebaut. Die psychomotorischen Prinzipien (Freiwilligkeit, Ressourcenorientierung etc.) sind die Grundlage der Stundengestaltung und die Grundlage unserer Haltung während des Aufenthalts in der Zauberwelt.

 

Die Wirksamkeit von Bewegung

Bewegung ist der Schlüssel zur Welt und ermöglicht uns mithilfe unserer Sinne Informationen und Erfahrungen aufnehmen, verarbeiten und darauf reagieren zu können. Bewegung und Körperlichkeit nehmen einen hohen Stellenwert in der Identität- und Persönlichkeitsentwicklung ein. Eine gute Beziehung zu unserem Körper ermöglicht uns die Fähigkeit zu entwickeln, sich mit der Umwelt auseinandersetzen, zu handeln sowie Informationen aufnehmen und verarbeiten zu können. Für die menschliche Entwicklung und das Erwerben von Handlungsfähigkeit sind Wahrnehmung- und Bewegungserfahrungen grundlegend. Durch sie lernen Kinder sich, ihren Körper und die Umwelt kennen. Körper- und Bewegungserfahrungen ermöglichen die Erweiterung des Körperkonzepts und unterstützen die Reifung der Identität. Durch Bewegung können Kindern ihre Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Affekte regulieren, Stress abbauen und Impulse steuern lernen. Während der psychomotorischen Einheit stehen den Kindern ein vielfältiges und frei zugängliches Angebot an Geräten und Materialien zur Verfügung, welche die Kinder nach eigenen Bedürfnissen und Zielsetzungen nutzen können. Sie können sich frei entfalten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei lernen sie im Tun Lösungsstrategien zu erarbeiten und mit Frustration umzugehen. Zu Beginn und zum Ende der Einheit treffen wir uns zu einem Gesprächskreis, um Fragen, Konflikte klären und eine Reflexion der Stunde durchführen zu können. Die Aufbauten während der Stunden richten sich nach den Interessen und Bedürfnissen der Kinder.  Durch die verschiedenen Sozial-, Körper-/ Leib- und Materialerfahrungen wird die Sozial-, Ich-, und Sachkompetenz gestärkt und die Handlungskompetenz erweitert. Der Aufbau eines positiven Selbst- und Körperkonzepts wird gefördert. Dies ist das Ziel, dass wir während des Aufenthalts in der Zauberwelt verfolgen.

 

Literatur

Zimmer, Renate (2016): Handbuch der Psychomotorik-Theorie und Praxis der psychomotorischen Förderung. Freiburg im Breisgau: Herder.

 

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